Geld unterwegs

Paderborn, 11.01.2017

Wir zahlen heute selbstverständlich mit Kredit- oder Debitkarten an Tankstellen und in Geschäften. Mit Online-Banking führen wir Überweisungen durch und bezahlen regelmäßige Rechnungen per Lastschrift. Dazu sind immer eine IBAN und eine TAN notwendig, und die TAN-Verfahren unterscheiden sich erheblich. Wo früher noch häufig TAN-Listen in Verwendung waren, gibt es mittlerweile diverse unterschiedlichste Verfahren zur Ermittlung einer TAN: SmartTAN-Lesegeräte, Photo-TAN oder auch die Bereitstellung über spezielle Smartphone-TAN-Generator-Apps.

Eine Folge davon ist, dass wir alle immer weniger Bargeld bei uns haben. Es ist inzwischen auch in Deutschland weit verbreitet, kleinere Beträge mit Kredit- und Debitkarten zu bezahlen.

Peer-To-Peer Bezahlverfahren

Doch wie bezahlen wir schnell und unbürokratisch kleinere Beträge im Alltag unbar? Bekannte große internationale Bezahldienste wie z.B. PayPal lösen das über E-Mailadressen - was für Internetshops wie z.B. eBay gut funktioniert, weil der Onlineshop sich die E-Mailadresse für den Kunden merkt. Im privaten Bereich sieht das anders aus: Oft ist die mit dem Zahlsystem verknüpfte E-Mailadresse eine andere als die, die ich von meinen Bekannten kenne; diese muss ich dann erfragen.

 

Geld unterwegs

 

Eine wirklich einfache Lösung für das Bezahlen kleinerer Beträge wie z.B. gemeinsam gekaufte Geschenke, Kinokarten für alle am Wochenende oder die gemeinsam bestellte Pizza gab es bisher nicht. Wer will schon seine Banking-App benutzen, um die Pizza vom Wochenende zu bezahlen? Meist fehlt in dem Augenblick die IBAN des Bekannten und eine TAN möchte man auch nicht im Restaurant eingeben - zu umständlich!

Ende 2016 sind große deutsche Banken mit neuartigen Peer-To-Peer Bezahlverfahren an den Markt gegangen. Das Grundprinzip ist WhatsApp ähnlich: Man hat sich sowieso gegenseitig mit seinen Mobilfunknummern im Smartphone gespeichert - und das ist auch schon fast alles was man braucht. Die Bankensysteme matchen beim ersten Aufruf des neuen Bezahlverfahrens die Mobilfunknummern, um festzustellen, wer von meinen Bekannten bereits an dem neuen P2P-Bezahlverfahren teilnimmt. Nach einmaliger Anmeldung in der Smartphone-App oder im Online-Banking steht dann das neue Bezahlverfahren bereit.

Ab sofort kann man seinen Kontakten „Geld senden“ oder ihnen Zahlungsaufforderungen schicken - ohne Kenntnis der IBAN und ohne TAN. Bequem aus der Banking-App heraus.

Meistens wird von den Banken hier eine Betrags-Obergrenze gesetzt - überschreitet der Transaktionsbetrag diese Obergrenze, muss der Kunde die Bezahlung wieder mit einer TAN bestätigen. Diese Grenze legen die meisten Banken aktuell bei 30 EUR fest. Als Alternative verlangen manche Banken ab einer bestimmten Anzahl TAN-loser Transaktionen dann wieder eine TAN.

Das neue Verfahren ist also für kleine Beträge ideal. Zwar sehe ich bei der Bezahlung an meinen Smartphone-Kontakt noch den Echtnamen und die IBAN - ich muss diese aber nicht eingeben. Das Ganze kann man auch noch mit einem Foto von der Pizza und einem kurzen Text garnieren, damit der Empfänger auch weiß, warum man ihm Geld sendet oder von ihm anfordert.

 

Peer-To-Peer Bezahlverfahren

 

Der Empfänger erhält eine Push-Nachricht auf sein Smartphone beim Eingang einer Geldsendung oder Zahlungsaufforderung. Aufforderungen muss er bestätigen - sonst fließt kein Geld. Gesendetes Geld landet direkt auf seinem Konto. Sind beide Teilnehmer beim selben Institut, bekommt der Geldempfänger den Betrag sofort gutgeschrieben.

Bei der Implementierung der neuen Peer-To-Peer Bezahlverfahren haben die Banken höchste Aufmerksamkeit auf die Sicherheit gelegt. Meistens sind die neuen Funktionen eine Ergänzung der Funktionalität der schon vorhandenen Banking-App - und damit genießen sie die gleichen Sicherheitsvorkehrungen wie das Online- und App-Banking. Im Hintergrund werden also dieselben strengen Prüfungen durchgeführt wie bei einer „normalen“ SEPA-Transaktion - nur merkt das der Benutzer nicht.

Die Sicherheit wurde durch zusätzliche Maßnahmen noch erhöht. Es findet eine Bindung des Banking-Accounts an das Smartphone statt - ein Missbrauch auf anderen Smartphones durch Kenntnis des Bank-Logins wird damit ausgeschlossen. Wechselt der Teilnehmer sein Smartphone, so führt er eine einfache Neuregistrierung durch. Das alte Smartphone wird dann von der Funktionalität automatisch ausgeschlossen.

Soziales Banking

S&N war an dieser Entwicklung maßgeblich von Anfang an beteiligt. Die Funktionalität sollte so einfach wie möglich für die Kunden sein und sich bezüglich Look & Feel erheblich vom normalen Online-Banking unterscheiden. Die direkte Interaktion zwischen Zahlendem und Zahlungsempfänger war wichtig - man könnte dafür auch den Begriff „soziales“ Banking benutzen. Es gibt nicht wenige, die von IBANs und BICs abgeschreckt werden, und Bankgeschäfte haben gerade für jüngere Menschen den Charakter des „Seriösen“ und sind eher etwas für „Ältere“.

Das war eine große Herausforderung bei Konzeption, Entwicklung und Test. Wie gestaltet man die Benutzerführung der Smartphone-App einfach und dennoch vollständig? Kann der Teilnehmer jederzeit sofort sehen, wer etwas von ihm möchte oder wer etwas von ihm bekommen hat, ohne dass er „langweilige“ Umsätze auf seinem Konto durchsuchen muss?

Die Banken betreten damit teilweise ganz neue Gebiete, wo sie bisher ausgeschlossen waren, weil hier die Barzahlung vorherrschte. Das ganze Thema bietet noch viele Erweiterungsmöglichkeiten, wie z.B. die Auslagerung in separate Smartphone-Apps. Am Anfang immer schwer vorherzusehen - aber wenn viele Bankkunden die neuen Funktionen benutzen, was kann man noch einfacher und einsichtiger gestalten? Was ist eine sinnvolle Ergänzung? Man kann sich z.B. eine Funktion vorstellen, bei der man in der App eine Kontaktgruppe anlegt, die bei Vorgabe eines Betrages und eines Zahlenden automatisch ausrechnet, wer wem wieviel zu bezahlen hat. Die nötigen Transaktionen werden von der App dann selbstständig ausgeführt.

Eine Erweiterung auf alle Banken ist durchaus denkbar. Das neue Bezahlverfahren hat das Potential, die einfache und sichere Methode für unbare Bezahlung kleiner Beträge in der Zukunft zu werden.

Ansprechpartner: Markus Malik

 

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