Statistik

Human-Centered-Design-To-Go und weitere UX-Trends in 2026

Ende Januar haben wir das örtliche Usability Testessen an unserem Paderborner Standort gehostet und damit eines unserer Key Take-aways von der letzten Modern RE umgesetzt: die frühe Einbindung der Nutzer:innen in UX-Fragen. Das Branchentreffen Modern RE fand im letzten Herbst statt und bietet eine Plattform für alle, die Requirements Engineering, UX und KI nicht isoliert betrachten, sondern als Schlüssel für zukunftsfähige Produktentwicklung sehen.

Human-Centered-Design-To-Go und weitere UX-Trends in 2026

Wir waren nicht nur Zuhörer:innen, sondern Impulsgeber:innen – mit eigenem Vortrag, praxisnahen Diskussionen und vielen inspirierenden Begegnungen. Unser Ziel: Die Zukunft des Requirements Engineerings aktiv mitgestalten – menschzentriert, datenbewusst und nachhaltig.

Human-Centered Design im Projektalltag: Unser Ansatz „HCD-To-Go“

In unserem Vortrag stand eine zentrale Frage im Mittelpunkt: Wie lässt sich Human-Centered Design (HCD) konsequent und effizient in den Projektalltag integrieren? Unsere Antwort: mit HCD-To-Go – unserem S&N Invent Ansatz, der Nutzerzentrierung greifbar, leichtgewichtig und alltagstauglich macht.

  • Schnelle Nutzerbefragungen: 5-10 Minuten Gespräche mit echten Nutzern oder Ansprechpartnern aus dem Kundenservice reichen oft, um wichtige Insights zu sammeln.  
  • Personas als Verständigungsbasis: Besonders bei mehreren Stakeholdern helfen Personas, um Nutzerbedürfnisse konkret zu machen und gemeinsame Ziele zu definieren.  
  • Stakeholder-Workshops:Gemeinsames Mapping von User Journeys schafft Verständnis und fördert den Austausch zwischen Fachbereichen
  • Low-Fidelity-Prototypen:Skizzen oder einfache Wireframes eignen sich ideal, um früh Feedback einzuholen – auch ohne große Tools.  
  • Kurze Usability-Tests: Schon wenige Tests mit 3-5 Personen zeigen die wichtigsten Stolpersteine im Interface auf.  

Was steckt dahinter?

HCD-To-Go ist unser methodischer Rahmen, um Human-Centered Design fest in Entwicklungsprozesse zu verankern. Der Ansatz basiert auf vier Prinzipien:

  • Frühe Einbindung realer Nutzer:innen schon in der Anforderungsanalyse
  • UX-Methoden, die zu agilen Prozessen passen, ohne zusätzliche Bürokratie
  • Prototyping und Storytelling als Kommunikationsbrücken zwischen RE, Entwicklung und Stakeholdern
  • Interdisziplinäre Teams, die gemeinsam Anforderungen verstehen, bewerten und weiterentwickeln

Das Ergebnis:

Human-Centered Design wird nicht als Zusatz verstanden, sondern als zentrale Haltung im Requirements Engineering. Wer Nutzer:innen früh einbindet, spart nicht nur Zeit und Ressourcen – er entwickelt Software, die gerne genutzt wird.
Unser Credo: Entscheident ist nicht nur die Technik sondern das Erlebnis.

Weitere Take-aways und Impulse von der Modern RE 2025

  • Frühe UX-Einbindung
    Nutzer:innen gehören in jede Phase – vom ersten Workshop bis zur Evaluation.
  • Gezielte KI-Unterstützung
    KI soll Denkprozesse beschleunigen, ohne Entscheidungsprozesse zu verzerren.
  • Realistische Zeitplanung
    RE-Phasen mit klaren Zielen, Feedbackschleifen und Pufferzeiten gestalten.
  • Nachhaltigkeit als Qualitätskriterium
    GreenIT wird fester Bestandteil unserer Architektur-Reviews und Toolentscheidungen.

KI im Requirements Engineering: Unterstützung statt Ersatz

Ein Schwerpunkt der Modern RE 2025 war die Frage: Wie verändert KI das Requirements Engineering? Die Antwort ist klar: Künstliche Intelligenz wird zur strategischen Unterstützung – nicht zum Ersatz.
KI-Systeme wie Copilot oder spezialisierte LLMs können bereits heute:

  • Anforderungen strukturieren und zusammenfassen
  • Konsistenzprüfungen durchführen
  • erste Formulierungen für User Stories oder Testfälle vorschlagen

Doch entscheidend bleibt: KI ist nur so gut wie das menschliche Verständnis, das sie leitet. Darum setzen wir auf „KI mit Verantwortung“ – klare Qualitätsstandards, Transparenz in der Nutzung und ein Verständnis dafür, dass der Mensch die letzte Entscheidungsinstanz bleibt. KI wird dann wertvoll, wenn sie den RE-Prozess unterstützt und beschleunigt, aber nicht die menschliche Intuition ersetzt.

Qualität entsteht früh – und kostet Zeit

Ein wiederkehrendes Thema auf der Konferenz – und eines, das wir aus der Praxis nur bestätigen können – ist die systematische Unterschätzung von Aufwand und Wirksamkeit in frühen Projektphasen. Modellierung, Spezifikation und Testdesign werden häufig als notwendiges Übel gesehen – dabei sind sie die Grundlage für Qualität und Stabilität. Frühe Planung spart späte Korrekturen. Verbindliche Abstimmungen und Zeitpuffer sind keine Bremse, sondern Beschleuniger. Wir plädieren dafür, dass Requirements Engineering als strategische Investition in Qualität und Vertrauen verstanden wird – nicht als administrativer Aufwand.

Nachhaltigkeit & GreenIT: Zukunftsfähigkeit neu definiert

Mit der Zunahme energieintensiver KI-Systeme wächst auch die Verantwortung für nachhaltige Softwarearchitektur. Nachhaltigkeit ist kein Randthema mehr – sie ist ein zentrales Qualitätskriterium. Wir setzen uns dafür ein, dass ökologische Aspekte künftig integraler Bestandteil jeder Architektur- und Technologieentscheidung werden. Das bedeutet:

  • bewusste Auswahl ressourcenschonender Frameworks
  • Planung für Langlebigkeit und Wartbarkeit
  • Orientierung an Standards wie dem Blauen Engel

Zukunftsfähige Software ist grün gedacht – von der Architektur bis zum Lebenszyklus.

User Experience, Requirements Engineering und Artifitial Intelligence: Drei Disziplinen – ein Ziel

UX, Requirements Engineering und KI nähern sich immer stärker an. Die Zukunft gehört interdisziplinären Teams, die Technik, Empathie und Datenintelligenz verbinden. Durch Methoden wie Domain Storytelling, User Research und iteratives Prototyping entsteht eine gemeinsame Sprache zwischen allen Beteiligten. So werden Anforderungen nicht nur dokumentiert, sondern verstanden, erlebt und überprüft. Unser Anspruch: Wir gestalten Prozesse, die Nutzer:innen in den Mittelpunkt stellen – und Technologien, die ihnen dienen.

Fazit: Leadership im Wandel

Die Modern RE 2025 hat eines gezeigt: Requirements Engineering steht an einem Wendepunkt. Zwischen KI, UX und Nachhaltigkeit entsteht ein neues Verständnis von Qualität – weg vom reinen Prozessdenken, hin zu einem menschzentrierten, intelligenten und verantwortungsvollen Engineering. Wir gestalten diesen Wandel aktiv mit – für ein RE, das besser, durchdachter und wirkungsvoller ist. Ob beim nächsten Usability Testessen oder mit unserem HDC-To-Go Ansatz. Sprechen Sie uns an!

Ansprechpartner: Franziska Keuper & Rica Nieland

Das S&N Invent Marketing-Team

Ihre Ansprechpartner für alle Fragen rund um unsere Themen und Veröffentlichungen

Barbara Buthmann

Barbara Buthmann
Marketing

Nicole Heyne

Nicole Heyne
Marketing